Sieben Minuten nach Mitternacht II Kinofilm [Filmkritik]


Zunächst möchte ich mich an dieser Stelle bei dem RandomHouse-Team bedanken, denn durch sie hatte ich im Dezember die Chance an einer Pressevorführung teilzunehmen und war dadurch Eine von wenigen, die in den Film bereits hineinschnuppern durfte.

Der Film war insgesamt richtig gut. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so einen guten Film gesehen habe. An vielen Stellen haben die Schauspieler und der Plot nicht nur mich mitgerissen, sondern auch andere Journalisten im Saal. Irgendwann hörte man nur noch schniefende Nasen und das verzweifelte Suchen nach Taschentüchern. 

Die Geschichte war eine verrückte Fiktion, die der Hauptprotagonist in seinem Kopf erzeugt hat. Bereits am Anfang hat man sich viele Fragen gestellt, die zunächst noch unbeantwortet blieben. Das Problem war, im Laufe des Films kamen immer mehr dazu. 

Im Mittelpunkt der Geschichte befindet sich Conor, der kleine Junge, den man unschwer auf dem Filmplakat (s.o.) sehen kann. Zu Anfang des Films wird Conor etwas schwächlich und als Außenseiter dargestellt. Er ist schüchtern und zugleich etwas merkwürdig und das passt seinen Klassenkameraden überhaupt nicht. 
 Conor wird die meiste Zeit über fertig gemacht, weil er sich ständig in seiner Traumwelt auftreibt. Was seine Mitschüler aber nicht wissen, ist, dass Conor unfassbar gut zeichnen kann. Die Begabung scheint er von seiner Mutter geerbt zu haben. 
In der Schule mag er eher still sein und sich im Hintergrund aufhalten. Zu Hause hingegen zeigt Conor eine ganz andere Seite von sich. Er ist ein erwachsener Junge. Er wäscht seine eigene Kleidung und seine Mahlzeiten für die Schule bereitet er selbst zu. Seine Mutter scheint krank zu sein. Immer wieder verschwindet sie in einigen Szenen und taucht dann in ihrem Bett auf, wo sie die meiste Zeit verbringt.

Um Punkt sieben nach Mitternacht passiert das eigentliche Ereignis.
Um diese Uhrzeit verwandelt sich die alte Eibe auf dem Friedhof in ein unglaublich schreckliches Monster und macht sich auf dem Wegzu Conor, um ihn vor seinen Ängsten zu befreien und die eigentliche Wahrheit aus ihm heraus zu kriegen. 
Erstaunlicherweise zeigt Conor keine Angst. 

"Was willst du von mir?", fragte Conor.
Das Monster presste sein Gesicht gegen die Scheibe.
Es geht nicht darum, was ich von dir will, Conor O'Malley.
Es geht darum, was du von mir willst."
"Ich will gar nicht von dir", sagte Conor.
Noch nicht, sagte das Monster. Aber das wird sich bald ändern.

Die Eibe erzählt ihm drei Geschichten. Bei der vierten Begegnung will er von Conor die Wahrheit hören. Die Geschichten, die die Eibe erzählt katapultieren Conor in eine Welt voller Farben und wundervoller Zeichnungen, die das Monster erzeugt. Der Wechsel zwischen den dunklen Farben aus dem realen Leben und der bunten Zeichnungen aus den Erzählungen der Eibe wird ein starker Kontrast skizziert. 
Parallel dazu wechselt die Hintergrundmusik und die Geräusche im Film von lauten/ harten Tönen zu leisen und sanften Schwingungen. Zwischen den Szenen gibt es rein gar nichts zu hören, sondern eine beunruhigende Stille.

Der Film birgt eine nette Moral am Ende. Und zeigt gleichzeitig leider auch die Realität auf eine sehr brutale Weise, so dass man seine Tränen nicht zurück halten kann.



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