Dienstag, 2. Mai 2017

Niederungen II Herta Müller [Rezension]

Titel: Niederungen
Autorin: Herta Müller
Format: Taschenbuch
Verlag: Fischer
Preis: 8,99 Euro
Genre: Prosa
Zum Buch


Zusammenfassung:

In eindringlichen Szenen beschreibt Herta Müller das Leben der Banater Schwaben, einer deutschsprachigen Minderheit im kommunistischen Rumänien – eine Anti-Idylle, in der Angst und Hass herrschen, Intoleranz und Stillstand. Herta Müller schildert in ihrer einzigartig poetischen Sprache eine Heimat, die nichts Heimeliges hat und ein Dorf, das kein Zuhause ist. Es ist die Chronik einer untergehenden Welt.

Meinung:

Der Roman "Niederungen" ist wie viele vielleicht sagen würden "anders". 
Es handelt sich nicht um ein abenteuerliches Buch mit Höhen und Tiefen, sondern eher um einen schleppende und düstere Geschichte, das mit einem Alptraum des Protagonists beginnt und mit der puren Realität endet.

Der Roman ist in viele unterschiedliche Erzählungen (Kapitel) geteilt. "Niederungen" ist die Längste und wahrscheinlich bedeutsamenste Erzählung von allen.
Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, dessen Name nicht genannt wird. Selbst der Name des Protagonists oder der Dorfbewohner bleiben unbekannt. Dadurch wirkt die Geschichte nicht individuell, sondern eher anonym und distanziert. 
Der Protagonist ist ein kleines Mädchen, das zusammen mit seinen Eltern in dem Dorf lebt.
Das Kind ist jung und hat nicht wirklich eine schöne Kindheit.
Gewalt, Brutalität, Tod und das dumme Geschwätz der Bewohner dominieren in den Erzählungen des Romans.
Das Kind ist gezwungen den Alltag im Dorf und die Familie zu ertragen. Ständig wird es von der Mutter oder dem Vater geschlagen. Das liegt daran, dass das Kind fragen stellt und neugierig ist. 
Obwohl die Familie beisamen ist und zusammen wohnt, fühlt sich das Kind in Stich gelassen und nicht geborgen. Die trostlose und eintönige Stimmung wird durch die Sprache, die Herta Müller in ihrem Roman konstruiert, vermittelt.
Es scheint keinen Funken Individualität in dem Dorf zu geben, alles sieht gleich aus und alle denken gleich. Wenn es jemanden wagt "anders" zu sein, und sich damit von den anderen unterscheidet, wird er oder sie von den Dorfbewohnern ausgegrenzt. Deshalb traut sich das Kind auch nicht zu sprechen. Es ist lieber mit seinen Gedanken alleine.

Die Konstruktion des Dorfes ist ebenfalls sehr merkwürdig. Es wird als Kiste beschrieben, das bloß in der Gegend steht. 
Diese Kiste grenzt sich von der Stadt ab. In der Stadt kann man frei sein, aber leider traut sich keiner diese Grenzen zu überschreiten. Der Protagonist sitzt in dieser Kiste fest, fühlt sich gefangen und bedrückt. Das Dorf ruft durch seine vier Wände eine klaustrophrobische Situation hervor. Als würde man der Kiste nicht entkommen können. 

Meine Bewertung:

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