Blood & Ink - Die Bücher von Timbuktu II Stephen Davies

" Unser Schutz liegt in Gott. Vor meinem inneren Auge sehe ich Timbuktu in eine Bernsteinperle gehüllt. Unser Schutz liegt in Gott." (S. 53)

Titel: Bood & Ink - Die Bücher von Timbuktu
Autor: Stephen Davies
Format: Gebunden
Preis: 14,99 Euro 
Verlag: Aladin
Genre: Jugendbuch

Zusammenfassung:

Mali 2012: Islamische Rebelle fallen in Timbuktu ein und etablieren in der Stadt die Scharia. Der Hirtenjunge Ali ist einer von ihnen. Er verabscheut Musik, Tanzen und alles, was das Leben lebenswert macht. Kadija lebt in Timbuktu. Sie spielt in einer Band, liebt Literatur und pfeift auf die Gesetze der Dschihadisten. Als Ali und seine Freunde einen berühmten Musikclub der Stadt in die Luft sprengen, kreuzen sich ihre Wege...

Meinung: 

Ich kannte den Plot des Romans nur sehr grob. Beim raschen Überfliegen des Buchrückens wusste ich, dass einer der Schwerpunkte der Islam sein wird. Weitere Themen wie der Staat, Krieg und die Frauenrolle wurden ebenfalls thematisiert und in den Vordergrund gestellt.
Obwohl es sich "nur" um einen Roman handelt, wirkte alles sehr realistisch. Der Autor Stephen Davies schafft es mich mit seinen einfachen Worten in seine Geschichte zu entführen. Man merkt dabei schnell, dass es kein Roman ist, sondern das reale Leben selbst. Er erzählt, als sei man selbst dabei. Natürlich versucht der Autor einen Einblick in die Welt der radikalisierten Islamisten und Terroristen zu geben, jedoch würde ich das keineswegs generalisieren. Es ist erstaunlich, welche Zitate in bestimmten Kontexten verwendet werden, um die Passagen in dem Roman zu unterstützen. Manchmal fragt man sich dennoch: Wurde das alles so richtig aus dem Koran übersetzt? Da bin ich als Leser sehr kritisch, weil ich Übersetzungen sehr schwierig und nicht fair finde, da jede Übersetzung vielmehr eine Interpretation ist.
Andererseits ist es bewundernswert wie man trotz so vieler negativen Aspekte, Themen wie Liebe in den Roman platzieren kann. So sieht man auch mal eine etwas schöne Seiten der Menschen in Timbuktu. Es sind nicht alle von Grund auf böse. Es ist jedoch bekannt, dass immer jemand über einer (das Böse) bestimmten Gruppe von jungen Leuten steht und Befehle gibt, die ausgeführt werden müssen. Leider verfallen dann junge Männer wie Ali sehr schnell ihrem Bann. 
Die Disparitäten in dem Roman werden in jeder Hinsicht gut dargestellt. Auf der einen Seite steht die muslimische Kadija, die ihre Religion und ihr Leben ausleben und praktizieren möchte. Hier erkennt man übrigens keinen Funken von Radikalisierung. Und auf der anderen Seite gibt es noch den Protagonisten Ali, der zwar böse dargestellt wird, aber tief im inneren ein gutes Herz besitzt. 

Im Kern des Ganzen geht es außerdem um das Beschützen der Schriften/ Manuskripte von Timbuktu. 

"Blood & Ink" ist schnell gelesen. Der Roman ist relativ kurz. Wenn man sich hinsetzt, ist man in einem Rutsch durch. Außerdem erwähnt der Autor aktuelle Themen, die heutzutage immer noch interessant und wichtig sind. 
Mit den fremden Namen im Roman wird man kaum Probleme haben.
Beeindruckt, haben mich außerdem die vielfältigen und schön gewählten Koranzitaten.

Meine Bewertung:

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