Samstag, 23. April 2016

Reineke Fuchs II Janosch [Rezension]

" Die Schulden des Fuches waren [...] unermesslich." (S.22)

Titel: Reineke Fuchs
Autor: Janosch
Format: Gebunden
Preis: 12,80 Euro
Genre: Kinderbuch


Zusammenfassung:

Janoschs "Reineke Fuchs" erzählt frech und mit unvergleichbarem Humor von einer Zeit, als der Löwe noch König auf der Welt war. König Nobil herrschte mit Sanftmut und großer Gerechtigkeit. In seinem Reich gab es keine Grenzen und keine Zollwärter, und überall war Friede und Freude. Keiner prügelte den anderen, keiner stahl einem anderen sein Eigentum. Außer freilich der Fuchs, der ein echter Lumpenhund war...

Meinung:

In König Nobils Reich gibt es tatsächlich keine Grenzen oder Zollwärter. Es stimmt auch, dass alles gut und glatt läuft. Aber da ist ja noch der Fuchs Reineke.
Und mit ihm gibt es jede Menge Chaos unter den Tieren.
Ein Leben ohne Regeln oder Vorschriften ist für die Menschheit heutzutage unvorstellbar. Das ist auch einer der Gründe, warum Menschen zu Reinekes Zeit noch nicht existierten. 
In Janoschs "Reineke Fuchs" wird das Leben der Tiere untereinander und die Gerechtigkeit problematisiert.

Eigentlich würde man sagen, dass Janosch doch eigentlich konventionelle Kinderbücher schreibt. Warum zum Teufel schreibt er also einen "Reineke Fuchs"? 
Der Roman tanzt mit seiner Handlung und seinem Sprachstil aus der Reihe. Kinder werden beim Lesen Verständnisprobleme haben, da der "Reineke Fuchs" nicht leicht zu lesen ist.

In der Geschichte geht es darum, dass die Tiere ziemlich aufgebracht sind. Obwohl vorweg gesagt wird, dass König Nobil für Gerechtigkeit sorgt, passiert hier genau das Gegenteil. Die Tiere kommen zum König und beschweren sich über Reinekes hinterhältiges Verhalten. 
Was hat der Fuchs schon wieder angerichtet? Das ist die erste Frage, die sich König Nobil stellt. 
Fangen wir doch mal mit der verschwundenen Frau des gestiefelten Katers an, oder mit dem Hund, in dessen Haus eingebrochen wurde. Oder vielleicht die Wölfin, die jetzt ohne Schwanz umherirrt. 

Doch was tut der König? 
Er lässt seinen Richter, den Dachs sprechen, der jeden Vorfall widerlegt. Er zweifelt jeden Vorfall an und  glaubt keinem Tier. Stattdessen will er, dass der König den Fuchs zum Minister ernennt, da er ein hinterhältiges, kluges und einfallsreiches Wesen ist. Für einen Moment fragt man sich, ob der Dachs und der Fuchs vielleicht zusammenarbeiten.

Reineke Fuchs ist eine Erzählung, die seit 1489 auf deutschen Boden publiziert und gelesen wird.
Er ist damals als Bestseller ausgebrochen. Viele Menschen aus unterschiedlichen Schichten musste ihn haben und lesen. Heutzutage findet man den Reineke als Versepos von Goethe wieder, der in Hexameter verfasst wurde. Janoschs Reineke entspricht nicht ganz der Originalfassung und ist mit großer Sicherheit nicht für kleine Kinder geschrieben worden.

Dennoch finde ich die Grundstruktur und Idee von Janosch gut. Seine Zeichnungen verleihen dem Buch wie immer eine kindliche Note. 

Bewertung:

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