Montag, 16. November 2015

Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks II Cynthia Hand [Rezension]

"Das ist meine Form von Unsterblichkeit, meine Vorstellung vom Himmel. Etwas zu tun, woran sich die Leute erinnern, wenn ich tot bin." (S.145)

Titel: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks
Autorin: Cynthia Hand
Format: Gebunden
Preis: 16, 90 Euro
Genre: Jugendbuch

Zusammenfassung:

Es war der zwanzigste Dezember. Hinter mir lagen genau sechs Monate mit Steven. 183 Tage voller Küsse, bevor die Gleichung sich änderte. Unwiderruflich.
Glück? Ich glaube weder an die Romantik noch an so etwas wie Glück. Ich kann ausrechnen, wie weit Paris von hier entfernt ist, aber wie fern das Glück ist? Seit Tyler tot ist, galaxienweit weg. Meine Eltern sind in Trauer, meine Freunde wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen, mein Freund ist nicht mehr mein Freund. Aber deshalb gebe ich nicht auf. Ich werde herausfinden, warum Ty gegangen ist, und wieder ein Leben führen. Vielleicht sogar irgendwann ein glückliches. 

Meinung:

Herzzerreißend bis zur letzten Seite.
Der Roman handelt von der Protagonistin Lexie, die ihren jüngeren Bruder Tyler verliert.
Im gesamten Roman geht es um die Verarbeitung des Schmerzes und der gesamten Vergangenheit. Lexie kann nicht vergessen was mit ihrem Bruder passiert ist. Es ist einer der Gründe, warum sie Tyler überall sieht und von ihm träumt. Selbst die einfache Integration in den normalen Alltag gelingt ihr nicht. Deshalb besucht sie auch einen Psychologen namens Dave, aber auch mit ihm ist sie unzufrieden, da sie nicht wie eine Problemschülerin auftreten will. Sie will keine Verrückte sein. Schließlich freundet sich Lexie erneut mit ihrer alten besten Freundin Sadie an.
Die Handlung gelangt an ihren Wendepunkt. Lexie taucht wieder in eine soziale Welt ein. 
Man denkt, dass der Tod von Tyler endlich etwas in den Hintergrund rückt. Mit Sadie spricht Lexie das erste Mal über den Tod von Tyler. Endlich verarbeitet sie die Geschehnisse nicht mehr alleine. Sie muss sich mit diesem Thema nicht mehr alleine quälen und gibt alles Preis. Die Handlung bleibt auf lange Sicht konstant. Und dann auf einmal geschieht der plötzliche Tod von Patrick. 
Lexie und ihre Mutter fühlen sich wie auf Tyler's Trauerfeier.  Und durchleben alles nochmal.
Dort merkt Lexie zum ersten Mal, dass die Trauerfeier von Patrick durchplant ist. Alles ist so gestaltet wie Patrick es wollte. Aber Lexie's Mutter hat Tyler's Beerdigung nach ihrem eigenen Interesse gestaltet. 

Was wollte Tyler mit seiner Notiz "Sorry Mom, aber ich war mehr als alle" sagen?
Es bleibt unklar.

Die Protagonistin Lexie macht in dem gesamten Romanverlauf eine beobachtbare Entwicklung durch. Die Ängstliche, im Stich gelassene Lexie startet ein neues Leben ohne Tyler. Sie schließt ab. Sie schreibt ein Tagebuch, um ihren Schmerz zu verarbeiten und adressiert ihren Bruder dabei. Schließlich wird sie an der MIT angenommen. Und viel wichtiger, sie schafft es, ein neues soziales Umfeld aufzubauen. Selbst ihrem Therapeuten Dave öffnet sie sich noch ein weiteres Stück.
Dass Lexie abschließt, wird besonders im letzten Kapitel erkennbar. Einer meiner Lieblingsstellen des gesamten Romans  

"Alexis, bist du noch da?" (S.249)

Die Autorin Cynthia Hand hat einen sehr wunderschönen Schreibstil. Der Roman lässt sich einfach lesen. Durch die Zahlen und teilweise auch eingebauten Rechnungen schafft sie einen abwechslungsreichen Lesefluss und motiviert selbst den Leser zum Nachdenken und Rechnen. Als wäre das nicht genug sie nach Intertextualität. Mal ist es Stephenie Meyers "Twilight"-Serie die erwähnt wird, mal Songtexte von Christina Perri. Auch andere bekannte Künstler und Werke werden zusätzlich noch genannt.
Die Verarbeitung des Todes gelingt diesem Roman auf eine sehr gute Weise, wobei ich auch mal an gute und positive Dinge in Lexies Leben gehofft hätte. Ein Tod wird meistens so dermaßen in den Vordergrund gestellt, das man alles und damit meine ich auch das GUTE im Leben ausblendet. Genau das ist in diesem Roman der Fall. Manchmal wird Tyler viel zu oft erwähnt.

Der Roman zeigt, dass die Unwahrscheinlichkeit des Glücks wahrscheinlich sein kann, wenn man sie genauesten durchdenkt und berechnet. 

Jeder der gerne eine etwas emotionalere Geschichte lesen möchte, sollte sich "Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" von Cynthia Hand nicht entgehen lassen. Es ist keine neue Geschichte, es ist nichts was wir noch nicht gehört haben. Aber gerade die Art, wie es erzählt und vermittelt wird und wie sich Lexie entwickelt, ist spannend zu beobachten. 

Meine Bewertung:

Kommentare:

  1. Ich kann dir eigentlich nur zustimmen! Schöne Rezi :)

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  2. Dieses Buch läuft mit in letzter Zeit öfters über den Weg und scheint wirklich sehr tiefgründig zu sein. Eine Freundin war ja total von dem Mathematischen Anteil in dieser Geschichte begeistert. *schmunzel* Schade aber, dass es dich nicht komplett überzeugen konnte, trotzdem machst du damit neugierig. ;-)

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    1. Ja, ich fand den mathematischen Teil ziemlich abwechslungsreich. Einige Stellen haben mich echt zum Nachdenken angeregt. Wenn tiefgründige und emotionale Geschichten mag, sollte man es auf jeden Fall lesen.

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