Sonntag, 31. August 2014

Forbidden II Tabitha Suzuma [Rezension]

"Die Menschen werden es akzeptieren, sie werden es akzeptieren müssen. Wenn sie sehen, wie sehr wir uns lieben, wenn sie begreifen, dass wir schon füreinander bestimmt waren, wenn sie merken, wie glücklich wir miteinander sind, wie können sie dann gegen uns sein? (S.377)

Titel: Forbidden - Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen?
Autorin: Tabitha Suzuma
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
Genre: Jugendbuch, Liebesroman


Zusammenfassung:


Eine Liebe über alle Grenzen und dennoch ohne Zukunft. Eine Liebe, so intensiv, so leidenschaftlich und so absolut, dass es kein Zurück gibt. Eine Liebe, vor der sich das Herz einfach nicht verschließen kann. Die Liebe von Maya und Lochan. 

Meinung:

Sie leben nicht gerade in einer perfekten Familie. Lochan, Maya, Tiffin, Kit und Willa sind Geschwister. Fünf Geschwister, die zueinander halten und unter einem Dach wohnen. Ohne Mutter, ohne Vater. Der Vater hat die Familie schon vor langer Zeit verlassen und sich eine Neue gesucht. Die Mutter ist seit dem nur noch draußen: Feiern und Alkohol trinken. Jetzt wo sie auch noch einen neuen Freund hat, lässt sie sich nur selten zu Hause blicken. Aber wer kümmert sich um die Kinder?

Ich sag euch, wer sich um die Kinder kümmert. Schon seit Lochan und Maya klein sind, haben sie gelernt sich um ihre Geschwister zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Von der Mutter erwarten sie nicht mehr viel. Lochan ist der Älteste im Haus, und wird durch 13 Monate von Maya getrennt. Diese zwei sind quasi die Eltern der drei Kinder. 
Sowohl Maya als auch Lochan liebten ihren Vater sehr. Nachdem er die Familie jedoch verlassen und nie wieder angerufen hat, haben sie lernen müssen sich damit abzufinden. Manchmal schaut Maya auf das Familienfoto. Es wirkt alles noch so schön, aber genau das ist es, was sie braucht: "[e]s erinnert [sie] daran, dass diese glücklicheren Zeiten wirklich existiert haben [...]" (S.21). 
Dadurch das Lochan und Maya auf ihre Geschwister aufpassen und auf sie Acht geben, haben sie schon immer ein näheres Verhältnis zueinander gehabt. Jedoch war es kein Freundschaftliches, denn "Lochan war immer viel mehr für [sie] als ein Bruder" (S.146). Es waren nicht die gleichen Gefühle wie bei Willa, Kit und Tiffin, es war einfach mehr und das wussten beide. 
Beide hatten diese Gefühle füreinander gepflegt konnten es aber nie laut aussprechen, bis Maya sich auf ein Date mit einen Mitschüler eingelassen hat. Erst dann haben beide gemerkt, wie sehr sie den anderen liebten. Danach haben sie versucht sich öfter alleine im Haus zu sehen, sich zu berühren und miteinander zu reden. Und immer stellten sie sich die eine Frage: "Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen?" (S.191). 

Einige von euch denken sich wahrscheinlich gerade, wie eklig das ist. 
Wie Bruder und Schwester sich überhaupt ineinander verlieben können.
DAS IST DOCH INZEST!

Ich sage euch aber, dass die Beziehung von Lochan und Maya mehr als das ist. Schon in ihren jungen Jahren musste sie lerne die Geschwister beisammen zu halten und sich um sie zu kümmern. Immer wieder mussten sie mit den Ängsten leben, das das Jugendamt kommen könnte, um die Kinder mitzunehmen. Die Geschwister würden getrennt werden.
Selbst Lochan und Maya haben immer mit dem Gedanken gespielt, ob sie sich ihren Gefühlen hingeben sollen oder nicht. Die Liebe der beiden zueinander hat eindeutig gesiegt. 
Obwohl beide die Konsequenzen kannten, hatten sie bereits ihre Wahl getroffen.
Und genau das wird ihnen zum Verhängnis gemacht...

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gelungen. Trotz der vielen Seiten habe ich das Buch verschlungen. Es ist nicht wirklich viel im Roman passiert. Keiner springt von der Brücke oder knallt den anderen Protagonisten mit einer Waffe ab. Nein, ganz im Gegenteil! 
Es ist die simple Darstellung von Handlungsverläufen, die die Geschichte spannend und interessant wirken lässt. Obwohl die Story selbst eine recht flache, mit wenigen Ereignissen ist, kann man nicht aufhören zu lesen. Man fühlt sich als Leser von der ersten Seite an mit den Protagonisten verbunden. 

Normalerweise weine ich nicht, wenn ich Bücher lese, obgleich die Geschichte nun unter die Haut geht oder nicht. Ich kann einfach nicht.
Ich muss aber zugeben, dass mich die letzten Seiten einfach gepackt haben. Immer wieder stießen mir Tränen in die Augen, die ich mit Gewalt versucht habe, zurückzuhalten.
 Die Geschichte von Lochan und Maya wird jeden Leser wie eine Welle mitnehmen. 

Ich empfehle den Roman gerne weiter. Bedenken muss man aber das Inzest eine große Rolle in dem Roman spielt. Wenn man solche Themen mit Leichtigkeit tolerieren kann, ist das schön, ansonsten lasst lieber die Finger davon.

"Glaubt ihr eigentlich, dass es allen Menschen, die sich wirklich lieben, auch erlaubt sein sollen, zusammen zu sein, egal welche Hindernisse ihnen im Weg stehen?" (vgl. S.347)

Meine Bewertung:

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